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Über Hantaviren

Das Hantavirus ist ein durch Nagetiere übertragenes RNA-Virus aus der Familie der Hantaviridae. Die Art, die derzeit weltweit Ausbruchswarnungen auslöst, ist das Andes-Orthohantavirus. Es verursacht das Hantavirus-induzierte kardiopulmonale Syndrom (HCPS) – eine rasch fortschreitende Atemwegserkrankung mit einer Letalitätsrate von 30 bis 50 Prozent. Das Andes-Virus ist das einzige Hantavirus, bei dem eine Übertragung von Mensch zu Mensch belegt ist.

Warum der aktuelle Ausbruch von Bedeutung ist

Im April und Mai 2026 gaben die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die US-amerikanische CDC, die UKHSA, das RIVM und die Africa CDC koordinierte Warnungen heraus, nachdem eine Häufung von bestätigten und wahrscheinlichen Andes-Virus-Fällen mit dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius und dessen Passagieren aus verschiedenen Ländern in Verbindung gebracht wurde. Frühere Hantavirus-Ereignisse beschränkten sich größtenteils auf den Kontakt mit wilden Nagetieren in ländlichen Gebieten. Ein reisebedingter, länderübergreifender Ausbruch erhöht die Anforderungen an die Überwachung erheblich: Passagiere, Flugzeugbesatzungen, Hafenarbeiter und Haushaltskontakte können das Virus über Grenzen hinweg verbreiten, noch bevor Symptome auftreten.

Wie HantaTracer Quellen nutzt

Jeder auf der Karte verzeichnete Fall stammt von einer offiziellen Gesundheitsbehörde – den Disease Outbreak News der WHO, PAHO, ECDC, der US-amerikanischen CDC, UKHSA, RIVM, Africa CDC sowie den nationalen Gesundheitsministerien der betroffenen Länder. Berichterstattung aus den Medien wird lediglich als Nachrichtenlink eingefügt und niemals als Beleg für Fallzahlen verwendet.

Offizielle Gesamtzahlen werden getrennt von einzelnen, kartierten Fällen geführt. So können die Leser den Unterschied zwischen einem bestätigten Einzelfall, einer Gesamtzahl auf Länderebene und einem Nachrichten-Update erkennen.

Hantavirus-induziertes kardiopulmonales Syndrom (HCPS)

HCPS ist das Syndrom, das 2026 im Fokus steht. Es wird durch Hantaviren der Neuen Welt verursacht – hauptsächlich das Andes-Virus in Südamerika und das Sin-Nombre-Virus in Nordamerika – und verläuft in zwei Phasen:

  • Prodromalphase (Tage 1–5): Fieber, starke Muskelschmerzen in den Oberschenkeln und im unteren Rücken, Kopfschmerzen, Übelkeit – kann leicht mit einer Influenza verwechselt werden.
  • Kardiopulmonale Phase (Tage 5–7): Plötzliche Atemnot, Lungenödem und Schock, der eine intensivmedizinische Behandlung erfordert.

Das Überleben hängt von einer frühzeitigen Erkennung und einer schnellen klinischen Versorgung ab. Es gibt keine einfache antivirale Behandlung. Auf der Seite „Symptome & Stadien“ finden Sie den zeitlichen Ablauf der Erkrankung.

Wie sich Hantaviren verbreiten

  • Staub aus Nager-Ausscheidungen – der Hauptübertragungsweg. Das Einatmen von Staub, der mit Urin, Kot oder Speichel infizierter Nagetiere kontaminiert ist.
  • Direkter Kontakt – ungeschützter Umgang mit Nagetieren oder kontaminiertem Material; Bisse von Nagetieren sind selten, aber dokumentiert.
  • Von Mensch zu Mensch – nur beim Andes-Virus, meist innerhalb von Haushalten und während der frühen symptomatischen Phase. Dies ist der Grund, warum reisebedingte Ausbrüche des Andes-Virus von WHO und PAHO hochgestuft werden.

Wer am meisten gefährdet ist

  • Reisende und Passagiere, die während aktiver Ausbrüche wie dem MV-Hondius-Ereignis exponiert wurden.
  • Medizinisches Personal und Haushaltskontakte von bestätigten Andes-Virus-Fällen.
  • Land- und Forstarbeiter sowie Personen, die viel im Freien arbeiten – Landwirte, Forstarbeiter, Schädlingsbekämpfer, Militärpersonal – in bekannten Endemiegebieten.
  • Personen, die lange verschlossene Hütten, Scheunen, Schuppen oder Lagerräume mit sichtbaren Spuren von Nagetieren reinigen.
  • Personen, die Ratten als Haustiere halten oder mit ihnen umgehen, angesichts der weltweiten Verbreitung des Seoul-Virus.

Praktische Hinweise zur Reinigung nagetierkontaminierter Bereiche und zur Verringerung des Expositionsrisikos finden Sie auf der Seite „Prävention“.

Hintergrund: Hantavirus-Arten

Hantaviren werden in zwei klinische Gruppen unterteilt. Arten der Neuen Welt (Andes, Sin Nombre und verwandte Viren) verursachen HCPS auf dem amerikanischen Doppelkontinent – der Schwerpunkt der aktuellen Maßnahmen. Arten der Alten Welt (Hantaan, Seoul, Puumala, Dobrava) verursachen das Hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) und sind in Ostasien, Russland und Teilen Europas seit Jahrzehnten endemisch.

Jede Art hat ein spezifisches Wirtstier (Nagetier), ein geografisches Verbreitungsgebiet und ein eigenes Schweregradprofil. Auf der Referenzseite zu den Virusstämmen („Stämme“) finden Sie Angaben zur jeweiligen Letalitätsrate, den Wirtstierarten und der Entdeckungsgeschichte.

Haftungsausschluss: Diese Seite dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Wenn Sie eine Exposition gegenüber dem Hantavirus vermuten, wenden Sie sich umgehend an Ihren örtlichen Arzt und befolgen Sie die Anweisungen Ihrer nationalen Gesundheitsbehörde.