HPS — Hantavirus-induziertes kardiopulmonales Syndrom (HCPS)

Andes virus (ANDV)

Das Andes-Virus ist das vorherrschende Hantavirus im südlichen Südamerika (Cono Sur). Es ist die einzige Hantavirus-Art, bei der eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung belegt ist. Aus diesem Grund stehen mit Reisen in Verbindung stehende Ausbrüche wie das Ereignis auf der MV Hondius unter verstärkter Überwachung durch die Gesundheitsbehörden.

Wirt
Langschwanz-Zwergreisratte (Oligoryzomys longicaudatus) und verwandte Oligoryzomys-Arten
Geografie
Argentina, Chile, southern Brazil, Uruguay, Bolivia, Paraguay
Letalität
30 bis 50 Prozent bei bestätigten HCPS-Fällen
Inkubationszeit
7 bis 39 Tage, Median bei etwa 14 bis 17 Tagen
Entdeckung
1995, Ausbruch in Bariloche, Argentinien

Übertragung

Einatmen von aerosolierten Nager-Ausscheidungen. Das Andes-Virus ist das einzige Hantavirus mit einer nachgewiesenen, wenn auch begrenzten Mensch-zu-Mensch-Übertragung, insbesondere innerhalb von Haushalten und im medizinischen Umfeld während der frühen symptomatischen Phase.

Wichtige Fakten

  • Führt zu einem schweren HCPS mit raschem Fortschreiten bis zum kardiopulmonalen Kollaps
  • Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist selten, wurde aber für ANDV dokumentiert, insbesondere bei engen Haushaltskontakten
  • Die meisten Fälle treten in ländlichen und stadtnahen Gebieten nach Kontakt mit Nagetieren im Sommer und Herbst auf
  • Die Behandlung besteht aus unterstützender Intensivmedizin; der Einsatz von ECMO verbessert die Überlebenschancen in schweren Fällen

Meldestellen

WHO Disease Outbreak NewsPAHOArgentina MSALChile MINSAL

Quellen: WHO, ECDC, US-amerikanische CDC, PAHO sowie begutachtete Fachliteratur aus Virologie und Epidemiologie.

Haftungsausschluss: Die Informationen dienen ausschließlich Informationszwecken. Bitte konsultieren Sie bei medizinischen Fragen stets qualifiziertes Fachpersonal.